19. Juni 2017

Responsive Webdesign oder AMP? Was ist sinnvoller?

Accelerated Mobile Pages – AMP und Responsive Webdesign – RWD besitzen die gleichen grundlegenden Bausteine, wie HTML, CSS und JavaScript, die für die Erstellung von mobilen Webseiten verwendet werden. Dennoch gibt es sehr viele Unterschiede zwischen den beiden Anwendungen. AMP wird nachgesagt, dass es eine Bedrohung für das Resposive Webdesign werden kann, da es bessere mobile Inhalte in Bezug auf Geschwindigkeit liefert.

Doch was ist AMP eigentlich?

AMP wurde von Google entwickelt, um den Bedürfnissen der Nutzer von Mobiltelefonen gerecht zu werden. Es ist eine Teilmenge des HTML-Code, macht das mobile Web schneller und verhilft dabei, die meist langsamen und frustrierenden mobilen Aufrufe einer Webseite zu umgehen. AMP nutzt Optimierungstechniken für die schnelle Verladung von Webinhalten und kann in eine bestehende Webseite integriert werden, da nicht zwangsläufig vorausgesetzt wird, die Webseite neu zu gestalten.

AMP wurde von Google als offene Initiative herausgegeben und wird momentan besonders von Verlagen, Zeitschriften und News-Anbietern benutzt, die Ihre Inhalte sofort und überall schnellstmöglich zugänglich machen wollen. Entworfen wurde es, um intelligentes Caching zu unterstützen, dessen Leistung zu optimieren und moderne mobile Inhalte zu bedienen. Damit sind Webseiten mit einem AMP Aufbau in der Lage auf Ihre Nutzer zu reagieren und Werbung mit viel Flexibilität zu integrieren.

Die Ziele von AMP sind:

  1. Verbesserte Content-Leseerfahrung auf Mobiltelefonen
  2. Inhalte werden einfach verteilt
  3. Effektive Werbe-Monetarisierung im mobilen Web

AMP-Seiten verlassen sich bei der Wiedergabe von Nicht-Text-Inhalten stark auf die AMP JS Engine. Die benutzerdefinierten Elemente für diesen Inhalt werden jedoch vom Browser ignoriert. AMP ermöglicht es Publishern, ihre Inhalte in die Google Search- und twitter-Timeline zu stellen. Im Gegensatz zum RSS, der es einem Publisher erlaubt, Inhalte kostenlos ins Internet zu stellen, ist AMP viel besser, da der Inhalt syndiziert ist und mit Analytik gebündelt wird.

AMP steht in einem Wettbewerb zu Facebook Instant Article und die Apple News. Der Fokus liegt auf der der Ladegeschwindigkeit. Der Hintergrund dieses schnellen Laden liegt auch darin, dass die Webseiten live vom Google CDN (Central Delivery Network) geladen werden.

Dennoch stellt sich folgende Problematik: Es werden hauptsächlich nur Texte unterstützt. Wie bereits erwähnt, ignoriert der Browser Nicht-Text-Inhalte, so dass Sie keinen Zugriff auf Bilder, Videos etc. haben.

AMP besteht aus drei verschiedenen Teilen:

  1. AMP HTML
  2. AMP JS
  3. Google AMP Cache

Das AMP HTML ist im Grunde HTML, aber mit einigen Einschränkungen für eine bessere Leistung und Erweiterungen für die Codierung von Inhalten. AMP JS verfügt über eine Bibliothek, die ein schnelles Laden von AMP HTML Pages gewährleistet, während der Google AMP Cache verwendet wird, um Cached AMP HTML Seiten zu laden.

Genug über AMP geredet! Nun geht es endlich um das Responsive Webdesign (RWD):

Responsive Webdesign wurde erstmals 2011 vom Entwickler Ethan Marcotte veröffentlicht. Es ermöglicht eine optimale Betrachtung und Interaktion (einfaches Lesen und Navigation) von Inhalten einer Webseite. Das Layout passt sich, durch die Verwendung von CSS und HTML, an die Bildschirmgröße des Endgerätes an, was eine flüssige und flexible Betrachtung ermöglicht.

 

Fluid grids – Bezeichnet das Layout, welches sich mit der Bildschirmgröße verändert. Damit kann ein Layout in ein kleines Telefon quetschen werden und sich in einem riesigen Bildschirm wieder strecken.

RWD sieht vor, dass das Design einer Website in der Lage sein sollten, auf das Verhalten der Nutzer und der Umgebung zu reagieren. Wenn ein Benutzer zum Beispiel vom iPhone auf einen Laptop wechselt, sollte dies die Webseite automatisch erkennen.

Responsive Webdesign konzentriert sich hauptsächlich auf das Rendering von Inhalten, die für alle Geräte geeignet sind, egal ob ein Desktop-Computer oder ein Mobiltelefon, im Gegensatz zu AMP, das nur für mobile Geräte geeignet ist. Aus diesem Grund ist Responsive Webdesign vom heutigen Stand aus flexibler. Jedoch weist es folgende Problematiken auf:

  • Es erfordert, dass eine Webseite für jedes Endgerät neu gestaltet werden muss.
  • Die Ladegeschwindigkeit ist langsamer und damit ist es weniger benutzerfreundlich.

Seiten, die Datentabellen enthalten, sind eine große Herausforderung für RWD. Wenn die Datentabellen breit sind und versuchen, den ganzen Bildschrim zu verkleinern, wird es so klein, dass man es kaum sehen kann. Das Zoomen der Tabelle wird auch ein Problem, da man sowohl vertikal als auch horizontal scrollen muss, um es zu lesen. Dieses Problem würde man mit der Formatierung der Datentabelle in ein Kreisdiagramm oder ein Mini-Diagramm legalisieren.

 

Fazit:

AMP kann dem Responsive Webdesign in Punkto Design nicht das Wasser reichen. Jedoch stellt es durch die hohe Ladegeschwindigkeit eine ernst zu nehmende Alternative für Blogs, Artikel und Online-Redaktionen da, die wenig Wert auf Bilder legen und mehr auf Content setzen.